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Science Comes to Town

Wissenschaftskommunikation Kieler Woche 2026

Wissenschaft findet meist hinter Laborwänden statt, weit weg vom Alltag der meisten Menschen. Die interaktive Öffentlichkeitskampagne Science Comes to Town zur Kieler Woche 2026 wollte genau diese Distanz überbrücken. Mit 22 Stelen im Stadtgebiet, QR-Codes, einer Kinder-Stadtrallye und interaktiven Zukunftsvisionen wurde Forschung dorthin gebracht, wo die Menschen ohnehin unterwegs waren. Das Ergebnis: über 500 gescannte QR-Codes und 84 eingereichte Zukunftsvisionen.

TL;DR

  • Science Comes to Town verteilte zur Kieler Woche 2026 über das gesamte Kieler Stadtgebiet 22 Stelen mit Alltagsfragen zur Wissenschaft.
  • QR-Codes an den Stelen lieferten Antworten und passende Veranstaltungshinweise direkt aufs Handy.
  • Eine Kinder-Stadtrallye machte Forschung spielerisch erlebbar, ohne Lerndruck.
  • 84 Besucher:innen formulierten eigene Zukunftsvisionen an die Wissenschaft, ein Format, das aktive Beteiligung statt passiven Konsum verlangte.
  • Die Kampagne zeigt: Wissenschaftskommunikation funktioniert, wenn sie neugierig macht statt zu belehren.

Wie hat die Kampagne Wissenschaft in den Alltag geholt?

Der Kern der Kampagne waren 22 Stelen, verteilt über das gesamte Kieler Stadtgebiet. An jeder Stele begegneten Passant:innen einer überraschenden Alltagsfrage, die direkt zu aktueller Forschung führte. Ein Beispiel: „Gab es eigentlich schon Patchworkfamilien in der Steinzeit?“ Diese Fragen waren bewusst so gewählt, dass sie neugierig machen, ohne einzuschüchtern. Sie knüpfen an Themen an, die jeder kennt, und öffnen von dort aus die Tür zu Forschungsfeldern, mit denen man sich sonst kaum beschäftigt.

Wer die Antwort wissen wollte, musste nur den QR-Code an der Stele scannen. Zusätzlich zur eigentlichen Antwort erhielten die Besucher:innen direkt passende Veranstaltungshinweise von Science Comes to Town aufs Handy. So wurde aus einem kurzen Moment der Neugier auf der Straße ein möglicher nächster Schritt hin zu einer echten Veranstaltung.

Das Prinzip dahinter ist dasselbe, das auch bei Event Gamification funktioniert: Eine niedrigschwellige Aktion, also QR-Code scannen, reicht aus, um Menschen aus dem passiven Vorbeigehen in aktive Beteiligung zu bringen.

Was hat die Kinder-Stadtrallye besonders gemacht?

Wissenschaft zugänglich zu machen bedeutet auch, die jüngste Zielgruppe nicht zu vergessen. Für Kinder wurde die Kampagne deshalb um eine eigene Stadtrallye ergänzt. An jeder der 22 Stelen konnten kleine Forscher:innen einen Teil eines geheimen Lösungstiers entdecken und auf einer Postkarte ausmalen. Wer alle Teile gesammelt hatte, kannte am Ende das vollständige Rätseltier.

Dieses Format verband Bewegung durch die Stadt, kindliche Entdeckerfreude und einen ersten Kontakt mit dem Thema Forschung. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Wie wurden Besucher:innen aktiv in die Kampagne einbezogen?

Ein zentraler Gedanke der Kampagne war es, den Dialog nicht nur in eine Richtung zu führen. Deshalb wurden alle Besucher:innen der Kieler Woche eingeladen, ihre eigenen Wünsche und Hoffnungen an die Wissenschaft zu formulieren, über interaktive Zukunftsvisionen, die online zugänglich gemacht wurden.

Statt Forschung nur zu erklären, wurde hier aktiv gefragt: Was wünschen wir uns eigentlich von ihr? Diese Umkehrung der klassischen Wissenschaftskommunikation, weg von der Belehrung hin zum echten Dialog, macht den besonderen Charakter der Kampagne aus. Die eingereichten Zukunftsvisionen sind weiterhin online einsehbar.

84 Personen haben das getan. Für ein Format, das echte Beteiligung verlangt und nicht einfach einen Namen eintippen lässt, ist das ein bemerkenswerter Wert.

Warum war die Kieler Woche der richtige Rahmen?

Die Kieler Woche ist mit ihren Millionen Besucher:innen eines der größten Sommerfeste Nordeuropas. Ein Umfeld voller Reize, Angebote und Ablenkungen. In diesem Trubel Aufmerksamkeit für Wissenschaftskommunikation zu gewinnen, ist keine Selbstverständlichkeit.

Genau deshalb war die Verteilung der 22 Stelen über das gesamte Stadtgebiet so wichtig. Statt an einem einzigen zentralen Stand auf Laufkundschaft zu hoffen, wurde die Kampagne dorthin gebracht, wo die Menschen ohnehin unterwegs waren: zwischen Konzerten, Hafenspektakel und Marktständen. So entstanden tausende Sichtkontakte über die gesamte Dauer der Kieler Woche.

Das ist im Grunde dieselbe Logik, die hinter interaktiven Messestand-Games steckt: Wer auf Laufkundschaft trifft, muss die Aktivierung dorthin bringen, wo die Leute schon sind, nicht umgekehrt.

Was haben die Zahlen gezeigt?

Über 500 QR-Codes wurden an den Stelen gescannt. Jeder einzelne davon war ein Moment, in dem sich jemand aktiv für eine wissenschaftliche Alltagsfrage entschieden hat, mitten im Trubel eines Stadtfestes. Zusammen mit den geschätzten tausenden Sichtkontakten zeigt sich: Die Kampagne hat es geschafft, Wissenschaftskommunikation mitten in den Alltag der Kieler Woche zu tragen.

Kennzahl Ergebnis
Stelen im Stadtgebiet 22
Gescannte QR-Codes über 500
Eingereichte Zukunftsvisionen 84
Sichtkontakte (geschätzt) tausende
Veranstaltungsrahmen Kieler Woche 2026

 

Zur Einordnung: 84 aktiv eingereichte Zukunftsvisionen klingen nach wenig. Aber wer schon einmal versucht hat, Menschen auf einem Stadtfest zu einer eigenen Texteingabe zu bewegen, weiß, wie hoch diese Hürde tatsächlich ist.

Wer hat die Kampagne umgesetzt?

Möglich wurde dieses Projekt durch die enge Zusammenarbeit mit Science Comes to Town, allen voran Janin Thies und Claudia Eulitz, deren kreativer Input maßgeblich in die Umsetzung eingeflossen ist. Kristin Bauer brachte mit ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich Science Engagement zusätzliche fachliche Tiefe ein. Die visuelle Dokumentation übernahm Fotograf Finn Karstens.

Technisch basierte die Kampagne auf demselben Ansatz, den Screenable auch für Live-Marketing-Aktivierungen einsetzt: QR-Code scannen, Browser öffnet sich, kein App-Download, kein Anmeldeformular. So niedrigschwellig wie möglich.

Frequently Asked Questions

Die Kampagne wollte Wissenschaft aus dem Laborkontext in den Alltag der Menschen bringen. Mit 22 Stelen im Kieler Stadtgebiet, alltagsnahen Fragen und QR-Codes sollte Forschung für alle Besucher:innen der Kieler Woche zugänglich werden, ohne Vorwissen vorauszusetzen.

Wer den QR-Code an einer Stele scannte, erhielt die Antwort auf die jeweilige Alltagsfrage direkt aufs Handy. Zusätzlich wurden passende Veranstaltungshinweise von Science Comes to Town ausgespielt, sodass aus einem kurzen Straßenmoment ein möglicher nächster Schritt zur Veranstaltung werden konnte.

Alle Besucher:innen der Kieler Woche waren eingeladen, ihre persönlichen Wünsche und Hoffnungen an die Wissenschaft online einzureichen. 84 Personen haben das getan. Die eingereichten Zukunftsvisionen sind weiterhin öffentlich einsehbar.

Für Kinder gab es eine eigene Stadtrallye. An jeder der 22 Stelen war ein Teil eines geheimen Rätseltiers versteckt, das auf einer Postkarte ausgemalt werden konnte. Wer alle Teile gesammelt hatte, konnte das vollständige Tier zusammensetzen.

Über 500 QR-Codes wurden an den Stelen gescannt, und 84 Besucher:innen reichten eine persönliche Zukunftsvision ein. Dazu kamen geschätzte tausende Sichtkontakte an den 22 Standorten im gesamten Kieler Stadtgebiet während der Kieler Woche 2026.

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